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 KOLUMNE à la CARRIE 

Second-Hand-Online-Shopping-Sex-Erlebnis auf Kleiderkreisel

26 Jun 2017

Von Zeit zu Zeit verkaufe ich online meine Fehlkäufe oder andere Kleidung, die ich nicht mehr trage, die aber noch zu gut ist, um sie wegzuschmeißen.

Das Internet bietet hierfür extrem viele Möglichkeiten. Das bekannteste ist sicherlich ebay. Aber auch speziell für das weibliche Geschlecht wurden Seiten entwickelt, die nichts anderes sind als Online-Shops, aber eben für Second-Hand Kleidung, die von den Mitgliedern selbst eingestellt und verkauft wird. Eines dieser Mitglieder bin ich und eine dieser Plattformen ist Kleiderkreisel.

 

 

 

 

Wem das völlig neu ist, es läuft folgendermaßen ab: Ich – als Verkäufer – fotografiere am besten mich in dem Teil, das ich verkaufen möchte, beschreibe es, gebe einen Preis vor, und stelle es online. Interessenten schreiben mir und handeln in der Regel. Man einigt sich, der vereinbarte Betrag wird überwiesen, ich verschicke das jeweilige Teil und am Ende bewertet man sich noch gegenseitig.

 

Super Sache für jeden Beteiligten, wie ich finde.

 

Mir war allerdings nicht klar, dass eine Plattform wie diese nicht nur Shopping-Interessierte und Schnäppchenjägerinnen anlockt, sondern auch allerlei Perverse und Fetischisten.

 

In den Jahren in denen ich KK jetzt nutzte, habe ich gelernt Fake-Accounts (Männer die sich für junge Frauen ausgeben) relativ schnell zu erkennen. Zum Beispiel, wenn die Neugier für die Beschaffenheit und Größe von Brustwarzen kein Ende nimmt, angeblich, dass man vergleichen und abwägen kann, ob das Kleid mit dem Ausschnitt geeignet ist, dann stammt das sicherlich nicht von einer Frau.

Auch wenn dich ein User mit dem Namen „DerGeraet“ anschreibt und dir überwiegend Komplimente für deine Figur macht und vorschlägt, dass man sich ja mal treffen könne, kann man davon ausgehen, dass es sich nicht um eine Kaufinteressentin handelt.

Wir sind hier schließlich nicht bei Tinder(garten), ich will mein Zeug verkaufen und nicht den nächsten One-Night-Stand an Land ziehen.

 

Aber das Beste kommt ja erst.

 

Mittlerweile hätte ich ein Vermögen verdienen können, wenn ich all die kuriosen Anfragen die ich über die Jahre so bekommen habe, annehmen würde und neben dem Klassiker - getragene Unterwäsche - haltet euch fest - getragene hautfarbene Nylonstrumpfhosen verkaufen würde!!!

 

Da muss man schon mal kurz Luft holen, weil jetzt bin ich selbst eine Frau und besitze eine einzige hautfarbene Nylonstrumpfhose, die aber für den absoluten Notfall bestimmt ist. Nylonstrumpfhosen sind ein absoluten No-Go und ja selbst für mich dermaßen unerotisch, dass ich sie wie gesagt ausschließlich für den Notfall besitze.

 

Zurück zum Thema: bei der dritten oder vierten Anfrage war ich dann doch mal neugierig und haben den Guten gefragt, was er denn eigentlich mit einer solchen Nylonstrumpfhose anstelle?

 

Seine Antwort: "Naja, ich habe etwas Spaß damit, wenn du verstehst was ich meine."

 

Nein, verdammt, ich verstehe nicht was du meinst!

Also fragte ich den Nächsten wieder.

 

Eine etwas aufschlussreichere Antwort gab mir Füßli1973_gg: "Ich steh auf den Geruch, den vom Schritt aber auch die Füße. Also wenn dus machst, bitte 4 Tage tragen. Ich steh auch drauf mir die Dinger anzuziehen und nur die zu tragen. Und halt als Spielzeug, wenn ich an mir rumspiel."

 

Ich glaube allein die Antwort hat ihn angeturnt.

Meine Neugier allerdings, war erstmal gestillt.

 

Jetzt verurteile ich das Ganze nicht mal, weil ich der Meinung bin, dass jeder irgendwelche kranken Phantasien und Vorlieben hat.

Manche schnüffeln an Kleber, andere eben an Strumpfhosen.

Geht mich nichts an, passiert (hoffentlich) hinter verschlossener Tür.

Teilweise habe ich sogar Mitleid, weil ich denke, wie viel Mühe müssen die armen Schweine sich geben, was für einen Aufwand müssen die betreiben, bis sie endlich ihre Phantasie befriedigen können.

Und dann geht’s von vorne los.

 

Aber ich bin auch der Meinung, dass es genügend, genau darauf ausgelegte Plattformen im World Wide Web gibt, die auch die noch so kränkste Vorstellung befriedigen können.

Und ich bin mir auch sicher, dass wenn man gut recherchiert man auf dem amerikanischen oder asiatischen Markt alles bestellen und kaufen kann, was der Männerkopf oder Intimbereich begehrt.

 

Was mich dann aber stutzig und auch wütend macht ist die Tatsache, dass sich die Art Männer auf Portalen wie Kleiderkreisel anmelden müssen, auf denen auch wesentlich jüngere Mädels unterwegs sind, die sicherlich leichter zu beeinflussen sind als ich.

 

Warum?

 

Ständig redet man von Feminismus. Wir sollten lieber mal über Sexismus reden, vor allem Sexismus im Internet.

 

Ist es zu viel verlangt eine Online-Second-Hand-Plattform auch diese sein zu lassen und dass wir Frauen einfach einen kleinen Ort im Internet haben, an dem wir entspannt unserer Leidenschaft nachgehen können?

 

Jedes Mal, wenn wieder so ein Fuß-Strumpf-Fetischist anklopft, bin ich froh, dass sich meine Phantasie um Christian Grey dreht, die aber plötzlich ganz prüde und normal erscheint.

Aber man lernt ja nie aus.

 

Ich kann nur jeder Nutzerin einer solchen Seite raten, wenn so etwas passiert: meldet es, blockiert den Typ und natürlich in ganz krassen Fällen geht zur Polizei.

Das muss man sich nicht gefallen lassen.

Kranke Welt!

 

Love, Carrie

 

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